ACP-/PRP-Therapie bei Arthrose

Eigenblutbehandlung zur Schmerzlinderung und Knorpelregeneration

Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen. Mit zunehmendem Knorpelverschleiß entstehen Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen. Während konservative Maßnahmen wie Medikamente oder Physiotherapie oft nur begrenzt helfen und eine Operation nicht immer sofort notwendig ist, gibt es biologische Verfahren, die auf die körpereigenen Heilungskräfte setzen.

Eine davon ist die ACP-/PRP-Therapie (autolog konditioniertes Plasma, auch bekannt als Eigenbluttherapie). Sie nutzt Wachstumsfaktoren aus dem Blut des Patienten, um den Knorpelstoffwechsel zu unterstützen und Entzündungen zu hemmen.

Was ist die ACP-/PRP-Therapie?

Bei der ACP-Therapie wird das eigene Blut des Patienten aufbereitet, sodass ein konzentriertes Blutplasma mit Wachstumsfaktoren und Proteinen gewonnen wird. Diese Faktoren wirken direkt im Gelenk:

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • regenerativ auf Knorpel- und Bindegewebe

Die ACP-/PRP-Therapie gehört zu den regenerativen Arthrosebehandlungen und ist damit mehr als reine Symptomkontrolle.

Ablauf der ACP-/PRP-Behandlung

1. Blutentnahme
Eine kleine Menge Blut wird aus der Armvene entnommen.

2. Aufbereitung
Das Blut wird in einer speziellen Zentrifuge aufbereitet. Dabei trennt sich das Plasma mit den Wachstumsfaktoren von den restlichen Blutbestandteilen.

3. Injektion ins Gelenk
Das gewonnene ACP/PRP wird unter sterilen Bedingungen direkt in das betroffene Gelenk injiziert.

Der gesamte Vorgang dauert ca. 20–30 Minuten und ist ambulant durchführbar.

Vergleich mit anderen Therapien bei Arthrose

  • Kortisonspritzen
    Wirken schnell und stark entzündungshemmend, aber nur kurzfristig. Häufige Anwendung kann Knorpel schädigen.
  • Hyalurontherapie
    Verbessert die Schmierung im Gelenk und lindert Schmerzen für 6–12 Monate. Regenerativer Effekt jedoch geringer als bei ACP.
  • SVF-Therapie (Stammzellen aus Eigenfett)
    Modernste regenerative Methode mit Stammzellen. Potenziell länger wirksam, aber aufwendiger und keine Kassenleistung.
  • Operation / Gelenkersatz
    Bei schwerer Arthrose oft unumgänglich. Dauerhafte Lösung, aber mit OP-Risiken und Reha-Aufwand verbunden.
  • ACP-/PRP-Therapie
    Ambulant, risikoarm und regenerativ. Stärker als Hyaluron, schwächer als SVF, aber unkompliziert und bewährt.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Die ACP-Therapie gilt als sehr sicher, da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird.
Mögliche Nebenwirkungen:

  • leichte Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • selten kurzfristige Schmerzverstärkung im Gelenk

Schwerwiegende Komplikationen sind praktisch ausgeschlossen.

Fazit

Die ACP-/PRP-Therapie ist eine bewährte, sichere und biologische Behandlungsoption bei Arthrose. Sie nutzt körpereigene Wachstumsfaktoren, um Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und die Gelenkfunktion zu verbessern.

Besonders im Früh- und Mittelstadium der Arthrose ist sie eine sinnvolle Alternative, bevor invasive Eingriffe notwendig werden.

Indikationen – wann ist die ACP-Therapie sinnvoll?

Die ACP-/PRP-Therapie eignet sich besonders für Patienten mit:

  • früh- bis mittelgradiger Arthrose (z. B. Knie, Hüfte, Schulter, Sprunggelenk, Hand)
  • anhaltenden Gelenkschmerzen trotz Physiotherapie oder Medikamenten
  • Überlastungs- oder Sportverletzungen mit Gelenkbeteiligung
  • dem Wunsch nach einer Operation hinauszögern oder vermeiden

Bei fortgeschrittener Arthrose mit stark zerstörtem Knorpel sind die Erfolgsaussichten eingeschränkt – hier bleibt oft nur der Gelenkersatz.

Erfolgsaussichten – was können Patienten erwarten?

Studien und Erfahrungen zeigen:

  • Deutliche Schmerzlinderung bei vielen Patienten
  • Bessere Beweglichkeit über mehrere Monate
  • Wirkung hält oft 6–12 Monate
  • Behandlung kann wiederholt werden
  • Besonders wirksam im Frühstadium der Arthrose

Die ACP-/PRP-Therapie heilt Arthrose nicht, kann aber Beschwerden lindern und den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Nachbehandlung – was ist zu beachten?

  • Am Behandlungstag sollte das Gelenk geschont werden
  • Ab dem Folgetag normale Alltagsbelastung möglich
  • Sportliche Aktivitäten nach wenigen Tagen wieder erlaubt
  • Physiotherapie oder gelenkschonendes Training können die Wirkung verstärken

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur ACP-/PRP-Therapie

  • Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
    Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Therapie in der Regel nicht. Private Kassen erstatten die Kosten teilweise.

  • Wie viele Sitzungen sind notwendig?
    Oft werden 3 Sitzungen im Abstand von 3 Wochen empfohlen.

  • Wann tritt die Wirkung ein?
    Meist innerhalb von 2–6 Wochen, mit anhaltender Besserung über mehrere Monate.

  • Kann die Behandlung wiederholt werden?
    Ja, sie kann nach einigen Monaten problemlos wiederholt werden.

  • Ist die Behandlung schmerzhaft?
    Die Injektion ist kurz und gut verträglich, meist nur ein leichtes Druckgefühl.